Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Leoš Janáček

Leoš Janáček

Leoš Janáček (1854 - 1928) ist einer der bedeutendsten tschechischen Komponisten. Seinen Durchbruch erlebte er allerdings erst in den letzten 20 Jahren seines Lebens, ausgelöst durch den Erfolg seiner Oper „Jenufa“, in der er den frühen Tod seines Sohnes zu verarbeiten suchte. In diesen 20 Jahren schuf er seine berühmtesten Werke, darunter die Opern „Katja Kabanowa“, „Das schlaue Füchslein“, „Die Sache Makropulos“ und „Aus einem Totenhaus“, seine beiden Streichquartette sowie die Sonate für Violine und Klavier.

Janáček verdiente seinen Lebensunterhalt als Musiklehrer, Chorleiter und Dirigent, später wurde er zum Direktor des Konservatoriums in Brno (Brünn) berufen. Er sammelte Zeit seines Lebens Volkslieder, die eine der Quellen für seine Tonsprache sind. Allerdings ließ sich der Komponist auch sehr von Klängen inspirieren, die er in der Natur und im Alltag erlauschte, und von der Rhythmik und Melodie seiner Muttersprache. In diesem Punkt war Janáček ein großer Erneuerer. Es liegt auf der Hand, dass diese Art der Klangfindung Vorbild war für Bartók, der ebenfalls Volkslieder sammelte, und für Messiaen, der große Werke auf der Grundlage von Vogelstimmen schuf, die er von Instrumenten nachspielen ließ. Leoš Janáčeks Musik zeichnet sich durch ein extremes Maß an Emotionalität aus. Sein Sinn für Dramatik bildete die Grundlage für seine große Affinität zur Oper, ist aber auch in seiner Klavier- und Kammermusik deutlich spürbar.