1. Eimsbütteler Mittagskonzert
Franz Schubert, Klaviersonate B-Dur D 960
Obwohl die Lunchkonzerte bereits einige Male in St. Andreas Harvestehude gastiert und ein eigenes Publikum gefunden haben, ist ihr Zuhause im Börsensaal der Handelskammer – dort findet es im Februar auch wieder statt, worüber wir uns sehr freuen!
Wir freuen uns aber auch, in den nächsten Monaten, wenn das Lunchkonzert in der Handelskammer gespielt wird, zusätzlich weiter in St. Andreas spielen zu können – und zwar als „Eimsbütteler Mittagskonzert“!
Wir danken dem Bezirksamt Eimsbüttel für die Förderung.
Ev.-Luth. Kirchengemeinde
St. Andreas Bogenstraße
Bogenstraße 26-30, 20144 Hamburg
HVV: von Richtung Dammtor oder Hoheluft Bus Linie 5,
Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel oder U-Bahn Schlump, weiter zu Fuß oder Bus 15 Richtung Alsterchaussee, Ausstieg Bezirksamt Eimsbüttel
st-andreas.hamburg
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Franck-Thomas Link, Klavier
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Spenden.
St. Andreas Harvestehude, Bogenstraße 30, 20144 Hamburg
Franz Schubert,
Klaviersonate B-Dur D 960
Molto moderato
Andante sostenuto
Scherzo - Allegro vivace con delicatezza
Allegro, ma non troppo
Franz Schuberts Klaviersonate B-Dur D 960 ist seine letzte Sonate. Sie entstand in Schuberts Todesjahr 1828. Er war sich über seinen bevorstehenden Abschied im Klaren, und sein Arbeiten war wahrscheinlich von Gedanken und Gefühlen zu Leben und Tod begleitet.
Vor dem Hintergrund, dass Schubert Abschied nimmt, stehen seine drei letzten Sonaten in jeweils unterschiedlichem Licht, den Phasen langsamen Sterbens möglicherweise entsprechend. Sie entstanden im selben Jahr.
Die ersten beiden dieser Sonaten stehen durch emotionalen Widerstand (c-moll-Sonate) und intellektuellen Kampf ums Überleben (A-Dur-Sonate) der meist so zart und freundlich anmutenden B-Dur-Sonate scheinbar entgegen.
Zu vermuten ist, dass Schubert den Widerstand überwunden hatte und dem Tod in der B-Dur-Sonate freundlich begegnen konnte: So, als hätte sich in ihm eine innere Bereitschaft gegenüber dem Tod eingestellt, die ihn zu den freundlichsten Melodien greifen ließ, die er in dieser Zeit erfinden konnte.
Es ist kein Zufall, dass das zunächst heiter wirkende Rondo-Thema des letzten Satzes nicht in der Grundtonart B-Dur steht, sondern in der musikalischen Sprache von Beethovens Schicksalssinfonie c-moll. Dahinter steckt eine Heiterkeit in erstem Gewande, die im Verlauf des Satzes immer wieder dramatische Ausbrüche erfährt.
Vergleicht man alle Hauptthemen der B-Dur-Sonate miteinander, so stellt man fest, dass alle aus demselben Tonmaterial, einer „abfallenden Sekunde“, gemacht sind. Jedes der Themen beginnt mit einer abfallenden Sekunde. Diese Tonfolge wird musikwissenschaftlich oft als „Seufzer-Motiv“ bezeichnet.
Die Themen der Sonate allerdings seufzen nicht, das macht Schubert sehr subtil und fast unmerklich. Es ist, als ob Schubert uns nachhaltig mit seinen Melodien tröstet.
Er lässt uns mit seiner Misere, dass er jetzt stirbt, nicht einfach stehen: Er beendet sein Sonatenwerk und sein Leben mit heiteren Melodien aus dem Material des Seufzers.
Franck-Thomas Link
Mehr zur Reihe Lunchkonzerte in der Handelskammer Hamburg.
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