Hamburger Kammerkunstverein

Veranstaltungen mit Herz und Hirn.

Lunchkonzert in der Handelskammer Hamburg

Sonaten von W.A. Mozart


Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, U Bahn Rathaus


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Wolfgang Amadeus Mozart,
Sonate für Klavier und Violine e-moll KV 304 (1778)

Allegro
Tempo di Minuetto

Wolfgang Amadeus Mozart,
Sonate G-Dur KV 301

Allegro con spirito
Allegro


Paris, Sommer 1778. Mozart ist 22, allein in einer Stadt, die ihn nicht haben will, und hat gerade seine Mutter begraben.

Anna Maria Mozart starb am 3. Juli 1778, abends kurz nach zehn Uhr, in einer Pariser Mietswohnung. Ihr Sohn saß dabei. Noch in derselben Nacht schrieb er zwei Briefe: einen an den Familienfreund Abbé Bullinger, der den Vater schonend vorbereiten sollte — und einen an den Vater selbst, in dem er zunächst nur schrieb, die Mutter sei sehr krank. Die volle Wahrheit teilte er erst eine Woche später mit.

In diesem Sommer schrieb Mozart die Sonate KV 304. Ob vor dem Tod der Mutter oder danach, lässt sich heute nicht mehr sagen — das Manuskript ist undatiert. Sicher ist: es ist seine einzige Violinsonate in Moll, unter den sechs Sonaten dieser Reise ein Sonderfall, in seinem gesamten Werk für diese Besetzung einmalig. Zwei Sätze, kein langsamer Mittelteil, kein dramatischer Ausbruch. Das war damals Pariser Mode — die schlanke zweisätzige Form. Aber was Mozart in diese Form legt, ist von einer Stille, die sich von den anderen fünf Sonaten der Reihe deutlich unterscheidet. Klavier und Violine beginnen das erste Thema im Pianissimo-Unisono, als flüsterten sie. Im zweiten Satz — einem Tempo di Minuetto, das nicht zum Tanzen einlädt — öffnet sich für einen kurzen Mittelteil ein lichtes E-Dur mit der Vortragsbezeichnung dolce: leise, zart, fast tröstlich. Dann schließt sich die Mollwelt wieder.

Alfred Einstein hat diese Sonate einmal ein „Wunder unter Mozarts Werken“ genannt. Wenig Noten, viel Stille. Zwei Instrumente, die einander in einer traurigen Stadt zuhören.


Die G-Dur-Sonate KV 301 ist die erste von 6 Sonaten für Violine und Klavier, die Wolfgang Amadeus Mozart im Jahre 1778 schrieb. Er nannte diese erste Gruppe von Violinsonaten sein „Œuvre première“, obwohl er zuvor schon viel komponiert hatte. Mozart weilte an den Höfen in Mannheim und Paris, um sich potentiellen Auftraggebern zu empfehlen. Die in dieser Zeit komponierten Sonaten sind von atemberaubendem Esprit. Sie sind alle zweisätzig, er verzichtete auf langsame Mittelsätze. Wahrscheinlich spielte Mozart im Konzert im Wechsel mit seiner Schwester beide Partien.

Franck-Thomas Link


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